The Making of „Impfen – na klar!“

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„In der Hitze des Nachmittages“ oder – „The Making of „Impfen – na klar!“

Ein Filmprojekt im Auftrag der Apothekerkammer Baden-Württemberg. Ein „Behind-the-Scenes“-Bericht von Udo Schucker

Anfahrt: die Hölle auf Rädern. Ankunft: irgendwo in der Sahara, pardon, in Bad Säckingen.

Fakt ist: Der 4. Juli 2015 war ein Tag wie kein anderer. Zum einen, weil er mit 40,3 Grad als bis dato heißester Tag in die Annalen der deutschen Wetterchronik eingeht. Zum anderen, weil just an diesem Tag, unweit der Schweizer Grenze, die erste Klappe für ein außergewöhnliches Filmprojekt fällt, aktuell realisiert im Auftrag der Landesapothekerkammer Baden- Württemberg.

Unterarmnässe, marmorierte Shirts: Die Kameras laufen, die Crew läuft – aus. Aber trotz Tropentemperaturen zu Höchstform auf: Film ab …

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Der Film mit dem Titel „Impfen – na klar“ wirft ein Schlaglicht auf das medizinisch hochrelevante Thema Schutzimpfung. Auf unterhaltsame Art, binnen 5 kurzweiliger Minuten, schafft er eine solide Informationsbasis ohne zu fachsimpeln. Der Fokus liegt auf Kindergärten und Kitas. Das Besondere: Real gefilmte Sequenzen werden mit animierten Kinderzeichnungen kombiniert, informative Statements von Apothekern und Ärzten mit witzigen, handgemalten Animationen verknüpft. Auf diese Weise entsteht eine außergewöhnliche Erzählstruktur – informativ, kreativ, unterhaltsam.

Kameramann Ferdinand Fries und Autor/Regisseur Udo Schucker beim Dreh in Bad Säckingen

Kameramann Ferdinand Fries und Autor/Regisseur Udo Schucker beim Dreh in Bad Säckingen

Dass die Kurzauftritte sich dem Betrachter so beschwingt präsentieren, liegt nicht nur am weichen Lichtfilter und dem stimulierenden Soundteppich, sondern auch an der späteren Symmetrie der Schnittkunst, die ein so genanntes „Rosa Rauschen“ erzeugt. Das Erfolgsmuster – kurze und lange Kameraeinstellungen im perfekten Rhythmus – liegt fast immer zugrunde, wenn ein Film subjektiv viel kürzer erscheint, als er in Wirklichkeit ist.

„Filmemachen besteht zu 10 % aus Inspiration und zu 90 % aus Transpiration“ (Steven Spielberg)

Die Dreharbeiten bei 40 Grad im Schatten stellten das gesamte Filmteam vor ungeahnte Herausforderungen. Während die Crewmitglieder hinter der Kamera ehrlichen Schweiß verströmen durften, galt es für die Darsteller, den Naturgesetzen zu trotzen.

Von links: Apothekerin Friederike Uhl, Julia Ullrich und Apotheker Rüdiger Balasus

Von links: Apothekerin Friederike Uhl, Julia Ullrich und Apotheker Rüdiger Balasus

Cool bleiben war das Unwort der Stunde. Die Frisur durfte nicht zerfallen, das Makeup nicht zerlaufen und nicht einmal die Andeutung einer Schweißperle über die Stirn rinnen. Unfassbar? Machbar! Dank ausgefeilter Meditationstechniken und unserer gut florierenden Kosmetikindustrie bewahrten alle Akteure bis zum Drehschluss ihre Fasson.

Der erste TAKE

10 Uhr. Drehort: eine Arztpraxis im Zentrum von Bad Säckingen. Chefkameramann Ferdinand Fries hat das Licht eingerichtet. Dr. Wolfgang Ullrich rekapituliert noch einmal konzentriert seinen Text.

Kameramann Ferdinand Fries und Dr. Wolfgang Ullrich

Kameramann Ferdinand Fries und Dr. Wolfgang Ullrich

Dann geht’s los. Die Kamera läuft…

Auszug aus dem Skript:

INNEN – SPRECHZIMMER ARZTPRAXIS – TAG

DR. ULLRICH blickt vom NOTEBOOK-DISPLAY zur KAMERA (NAH)…

DR. ULLRICH
Impfschutz ist gerade in Kindergärten und Kitas wichtig. Der intensive Kontakt von Kindern und Betreuern bietet Krankheitserregern hier besonders gute Möglichkeiten, sich auszubreiten.

CUT

Von links: Dr. Wolfgang Ullrich, Ferdi Fries und Udo Schucker

Von links: Dr. Wolfgang Ullrich, Ferdi Fries und Udo Schucker

„Sehr gut! Nur lasst uns zur Sicherheit noch einen Take drehen“, ruft Regisseur Udo Schucker. Alles auf Anfang. Und Action! Insgesamt werden an diesem Tag 176 Einstellungen gedreht, inklusive Wiederholungen.

„So kann ich das aber nicht sprechen!“

Von links: Ferdinand Fries, Rüdiger Balasus und Udo Schucker

Von links: Ferdinand Fries, Rüdiger Balasus und Udo Schucker

„Können wir das nicht streichen?“ – Sätze, die sich im Drehbuch sehr gut lesen, funktionieren manchmal beim Dreh nicht. Jeder Darsteller hat seinen Habitus, seine Tonalität. Und Dialoge müssen geschmeidig fließen. Da ist dann am Set Improvisationstalent gefragt, der eine oder andere Satz kurzerhand umzuschreiben. Bei einem engen Zeitplan und mit einer ungeduldig wartenden Filmcrew im Nacken wird der Leistungsdruck dann schon mal deutlich spürbar.

„Der 1. Drehtag“ oder: „Warten auf Godot“

Auf zum nächsten Set, eine Apotheke: Hier ist erst einmal Warten angesagt. Kunden laufen ins Bild. Hintergrundgeräusche stören. Ein reibungsloser Dreh? Frommes Wunschdenken!

Dreharbeiten in Bad Säckingen

Von links: Dr. Wolfgang Ullrich, Gerhard Haaf, Gertrud Haaf, Friederike Uhl

Für Darsteller(innen) sind Dreharbeiten oft mit quälenden Wartezeiten verbunden. Das Licht muss für die nächste Szene eingerichtet werden. Die Kameraposition muss stimmen. Requisiten fehlen. Der Regisseur hat mal wieder zu viele Ideen und kann sich nicht entscheiden. Passanten sind im Bild, und wollen einfach nicht verschwinden. Ein Geräusch stört. Bis zu 80 Prozent eines Drehtages verbringen Akteure damit, zu warten. Wer also eine Karriere als Statist oder Schauspieler anstrebt, der braucht viel Geduld und gutes Sitzfleisch.

Wir schließen die Apotheke für den Kundenverkehr. Endlich geht’s weiter. Einstellung für Einstellung wird der Drehplan abgearbeitet. Mit jedem Take wächst das Team stärker zusammen. Jeder weiß, was zu tun ist.

Von links: Friederike Uhl, Julia Ullrich, Rüdiger Balasus, Udo Schucker und Ferdi Fries

Von links: Friederike Uhl, Julia Ullrich, Rüdiger Balasus, Udo Schucker und Ferdi Fries

Nach einem fast 10-stündigen Drehtag ist es fast geschafft. Die letzte Einstellung für diesen Tag steht an. Noch schnell eine Regieanweisung und dann ist der letzte Take im Kasten. Alle sind erschöpft, aber zufrieden.

Trotz qualvoller Hitze und Wartezeiten haben alle bis zum Schluss diszipliniert durchgehalten und mit Bravour ihren Part dazu beigetragen, ein wirklich tolles Filmprojekt auf den Weg zu bringen. Das Ergebnis wird man ab Oktober 2015 auf vielen Kanälen begutachten können. Voller Einsatz, großartiges Engagement, großes Dankeschön!

Kinderzeichnung: Kiga Vonderort, Kindergarten in Bottrop

Kinderzeichnung: Kiga Vonderort, Kindergarten in Bottrop

Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg wird den Film allen Interessierten zum freien Download anbieten. Kindergärten, Apotheken, Ärzte, Schulen etc. können den Videofilm bei Bedarf in ihre Websites einbauen. Darüber hinaus wird der Imagefilm auch als DVD zur Verfügung stehen. So entfaltet er crossmedial seinen Sog, um alsbald wie ein Echo im Kopf des Betrachters widerzuhallen: „Impfen? Na klar!“

Jetzt den Film ansehen…

Fotos: Rüdiger Balasus

1 Comment

  1. Thomas Büttcher sagt:

    Sehr schöner Artikel, wichtiges Thema, aber nicht unproblematisch. Bin auf euren Film gespannt.

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